Geschichte

1848: Vom Vormärz zur Revolution

Die Wiener Märzrevolution von 1848 hatte den Metternich'schen Polizeistaat rasch zu Fall gebracht. Heute erinnert in Favoriten die Fischhofgasse an den Arzt Dr. Adolf Fischhof, der mit seiner leidenschaftlichen Rede im Niederösterreichischen Landhaus am 13. März 1848 zum Ausbruch der Revolution beitrug und zu deren führenden Köpfen zählte.

Neben dem Bürgertum zählten gerade die Studenten und die Arbeiter der Vorstädte zu den tragenden Elementen der demokratischen Revolution. Stark politisiert waren die Arbeiter der Südbahnwerkstätte, die sich in der Wiener Revolution vehement engagierten.

Doch die Uneinigkeit der Demokraten und das brutale Vorgehen der kaiserlichen Generäle ließen den Volksaufstand im Oktober 1848 scheitern. Bei den militärischen Auseinandersetzungen erlangte Favoriten große strategische Bedeutung. Die kaiserlichen Truppen unter Fürst Windischgrätz und die kroatischen Soldaten unter Jellacic führten den Hauptangriff gegen das revolutionäre Wien von den Anhöhen des Wiener- und Laaer Berges. Bei der Spinnerin am Kreuz wurden Schanzen aufgeworfen. Dort befand sich auch der Beobachtungsstand von General Windischgrätz.

Am 28. Oktober erfolgte der Sturm des Militärs auf Wien. Der hartnäckige Widerstand der Akademischen Legion (Studenten) und der Mobilgarde (Arbeiter und Bürger) wurde von der Übermacht der Heere gebrochen. Der Gloggnitzer (Süd-) Bahnhof war von den Arbeitern zur Festung ausgebaut worden. Bei den erbitterten Kämpfen wurden nur wenige Verteidiger gefangengenommen, die meisten wurden getötet. Der alte hölzerne Südbahnhof brannte dabei völlig nieder.

Wien fiel am 31. Oktober endgültig wieder in kaiserliche Hände, nachdem bereits vorher der Bürgermeister die Schlüssel der Stadt bei der Spinnerin am Kreuz wieder dem Oberbefehlshaber der Heere ausgehändigt hatte.

Nach der Niederwerfung der Revolution von 1848 wurde der Plan zur Errichtung des festungsähnlichen Arsenals gefaßt, um gegebenenfalls eine neuerliche Erhebung der Wiener rascher unterdrücken zu können. Nach den Plänen der Architekten Förster, Siccardsburg und Van der Nüll entstand das damals größte Gebäude Wiens. Bis 1928 gehörte das Arsenal zu Favoriten.