Zu hohe Miete im Altbau? – die Mieterhilfe hilft!

Kathrin Gaal
Kathrin Gaal Bild: Bohmann

Besteht der Verdacht zu viel Miete zu zahlen, kann dies kostenlos bei der Mieterhilfe der Stadt Wien überprüft werden.

Etwa 200.00 Altbauwohnungen werden in Wien privat vermietet. Dabei sind zu hohe Mieten im Altbau kein Einzellfall. Wer befürchtet, zu viel Miete zu zahlen, kann dies kostenlos bei der Mieterhilfe der Stadt Wien überprüfen lassen. Viele Mieterinnen und Mieter wissen das jedoch nicht und sind für sogenannte „Prozessfinanzierer“ daher leicht zu erreichen. Diese versuchen, das schnelle Geld mit Mietern in Altbauwohnungen zu machen. Frauen- und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal warnt vor Keilermethoden:
„Es gibt neuerdings Prozessfinanzierer, die auf der Suche nach Kundschaft von Tür zu Tür gehen. Einige geben sich sogar als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt aus. Ziel dabei ist, Mieterinnen und Mieter dazu zu überreden, sehr hohen Provisionszahlungen zuzustimmen. Dagegen hilft die Mieterhilfe der Stadt kostenlos dabei, zu viel bezahlte Altbaumieten zurückzufordern.“
Wichtig zu wissen ist, dass MitarbeiterInnen der Stadt Wien und der Mieterhilfe nie ohne Vorankündigung kommen. Sie haben immer einen Dienstausweis mit, den sie bei Verlangen jederzeit vorzeigen können.

Ein lukratives Geschäft
Den Prozessfinanzieren geht es vor allem ums Geld, in erster Linie nehmen sie daher nur lukrative Fälle an. Mittels einem durchgeführtem „Schnellcheck“ werden dabei nur wenige Daten abgefragt, die oft zu sehr ungenauen Ergebnissen führen.
Dabei wird fast immer der Verdacht nahegelegt, dass aktuell zu viel Miete bezahlt wird. Warum die Praxis dieser Anbieter so problematisch ist, erklärt der Leiter der Mieterhilfe der Stadt Wien, Christian Bartok: „Diese „Firmen“ verlangen bis zu 45% als Provision des zurückgeforderten Betrages! Und das nicht nur für zu viel bezahlte Miete in der Vergangenheit, sondern auch für die künftige Ersparnis – bis zu drei Jahre im Voraus. Das kann sich dann in vierstelligen Eurobeträgen niederschlagen. Von der Rückzahlung und der ersparten Miete bleibt den Mieterinnen und Mietern dann nur mehr wenig übrig, wie unsere Beratungspraxis zeigt.“

Gemeinsam für die Mieter
Sollte sich beim kostenlosen Mietencheck der Mieterhilfe herausstellen, dass zu viel Miete bezahlt wird, rät die Mieterhilfe, einen entsprechenden amtlichen Antrag auf Überprüfung des Mietzinses zu stellen.
Dabei übernimmt die Mietervereinigung Österreich gegebenenfalls die Vertretung der MieterInnen bei einem Verfahren auf Überprüfung des Mietzinses bei der Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten (MA50). Die Rückforderungen betragen, je nach Wohnungsgröße, durchschnittlich zwischen 8.000-20.000€.

 

Gut zu wissen: Mieterhilfe
Die Unterstützung der Mieterhilfe der Stadt Wien ist immer kostenlos!
Sie bietet MieterInnen ein umfassendes, Beratungspaket an, das Mietzins, Betriebskosten, verbotene Ablösen, vertragswidrige Klauseln im Mietvertrag, Erhaltungspflichten des Vermieters etc. einer gründlichen Prüfung durch ExpertInnen unterzieht. Der kostenlose Mietenrechner steht rund um die Uhr für einen ersten Check der Miete unter mieterhilfe.at zur Verfügung. Sollte sich bereits beim Online-Check herausstellen, dass man zu viel Miete bezahlt, lohnt sich jedenfalls ein persönlicher Beratungstermin bei der Mieterhilfe. Nach dem kostenlosen Beratungsgespräch und der Überprüfung der Miete durch die ExpertInnen der Mieterhilfe, können die weiteren Schritte gemeinsam besprochen werden.