„Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen!“: Stadt Wien startet große Kampagne

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„16 Tage gegen Gewalt“: Wienweite Bewusstseinskampagne informiert zu K.O.-Mitteln

Unter dem Motto „Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen!“ startet die Stadt Wien eine groß angelegte Bewusstseinskampagne und ruft zu Aufmerksamkeit und Zivilcourage auf.

„Mit der klaren Botschaft ,Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen‘ wollen wir mit der neuen Kampagne wachrütteln – und dazu aufrufen, hinzuschauen, zu handeln und zu helfen! Das Gefährliche an K.O.-Tropfen ist, dass man sie in Mischgetränken nicht riecht und schmeckt. Umso wichtiger ist es, auf das eigene Getränk – auf sich selbst und auf andere – aufzupassen. Die Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs sind immer für Betroffene da – genauso wie für Zeuginnen und Zeugen, die helfen wollen“, so Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál.

Die Kampagne läuft anlässlich der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“, die am 25.11. starten. SPÖ Favoriten Vorsitzende und Frauenstadträtin Kathrin Gaál und Gemeinderätin Dolores Bakos gaben den Startschuss zur Kampagne gemeinsam mit 24-Stunden Frauennotruf-Leiterin Heidemarie Kargl und dem Wiener Landespolizeivizepräsidenten Michael Lepuschitz.

Und: „Bei der großen Frauenbefragung ,Wien, wie sie will‘ war Gewaltschutz ein wichtiges Thema für die Wienerinnen. Mit der neuen Kampagne sagen wir klar: Gewalt gegen Frauen hat in unserer Stadt keinen Platz. Wir schauen gemeinsam hin und holen Hilfe, wenn jemand Unterstützung braucht. Damit sich alle Wienerinnen und Wiener in unserer Stadt sicher und wohlfühlen“, so Gaál.

Die Wiener Polizei unterstützt die Kampagne „Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen“ in vollem Umfang, um erneut und nachhaltig auf die Gefahren von Betäubungsmitteln hinzuweisen. Gleichzeitig möchte die Polizei die Wiener Bevölkerung appellieren, Zivilcourage zu zeigen. Dadurch kann es gelingen, Straftaten durch den Einsatz von K.O.-Mitteln zu verhindern.

 

„Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen!“: Citylights, TV- und Radio-Spots, Freecards & Getränkeschutzdeckel

Es passiert auf Partys, in Bars, in Clubs, auf Maturareisen, bei Konzerten oder Weihnachtsfeiern – die Täter, meist Männer, mischen ihren Opfern, meist Frauen, heimlich Betäubungsmittel ins Getränk – mit dem Ziel, sie manipulierbar und wehrlos zu machen – und um Straftaten wie Raub und Vergewaltigung zu begehen. Auch beim Online-Dating, bei WG-Partys oder im Club kann es passieren, dass man K.O.-Tropfen ins Getränk gemischt bekommt.

Mit der neuen Kampagne „Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen!“ klärt die Stadt Wien darüber auf, was K.O.-Mittel sind, wie man sich davor schützen kann und was man tun kann, wenn man vermutet, Opfer von K.O.-Tropfen geworden zu sein.

Die Kampagne startet am 23.11. Sujets und Videos werden als TV-Spots und auf Social-Media-Kanälen gezeigt, ab 1.12. machen Citylights im öffentlichen Raum auf das Thema K.O.-Tropfen aufmerksam. Toilettenplakate sind ebenfalls Teil der Kampagne. Gezeigt werden Situationen, die aufrütteln.

Der 24-h Frauennotruf gibt unter 01/71719 Auskunft. Wichtig ist: Bei Gefahr immer die Polizei unter 133 rufen! Alle Infos gibt es unter wien.gv.at/gewaltschutz

Außerdem werden im Dezember in rund 200 Gastrolokalen und Outlets Freecards mit dem Slogan „Ist dein Getränk O.K. oder K.O.?“ und Getränkeschutzdeckel mit dem Slogan „Halt! Dein Glas immer fest“ aufgelegt.


Verdacht auf K.O.-Tropfen: Was tun?

Grundsätzlich sollte man Getränke nie unbeaufsichtigt lassen, Freund*innen sollten immer gegenseitig aufpassen. Ganz wichtig ist es, dem eigenen Instinkt zu vertrauen – die Party etwa in Begleitung von Freund*innen zu verlassen, wenn man sich nicht wohl fühlt.

Bei plötzlichem Schwindel, Übelkeit oder einer unbekannten, enthemmenden Wirkung sollte sich die betroffene Person an eine Vertrauensperson oder an das Barpersonal wenden. Im Zweifelsfall nicht zögern, die Polizei unter 133 zu rufen!

Wie erkennt man K.O.-Mittel?

Es gibt mehr als 100 flüssige oder feste Substanzen, die als K.O.-Mittel eingesetzt werden. Sie sind farb- und geruchlos und der leicht bittere oder seifige Geschmack wird von Alkohol oder anderen Getränken meist überdeckt. Erste Symptome sind eine anfängliche Euphorie und plötzlich einsetzender Schwindel und Übelkeit. Danach folgen häufig Wahrnehmungsschwierigkeiten, eine Art Dämmerzustand, Willenlosigkeit und eine eingeschränkte Beweglichkeit bis hin zur Regungslosigkeit.

Dass möglicherweise K.O.-Mittel verabreicht wurden, wird Opfern meist erst im Nachhinein bewusst. Sie erwachen zu Hause oder an einem fremden Ort, wissen nicht, wie sie dorthin gekommen sind und entdecken Hinweise auf sexuelle Übergriffe wie Blutergüsse, fehlende Kleidung oder haben Schmerzen im Unterleib. Betroffene können noch längere Zeit unter körperlichen Beschwerden wie Erbrechen, Kopfschmerzen oder Schwindel leiden. Für Betroffene sind Gedächtnislücken und Unsicherheit sehr belastend.

Entlastende Gespräche mit einer Beraterin des 24-Stunden Frauennotrufs können Betroffene in der Situation unterstützen. Generell gilt die Empfehlung, rasch zu handeln, wenn der Verdacht auf die Verabreichung von K.O.-Tropfen besteht. Unter der Frauennotruf-Nummer 01/71719 erhalten Frauen und Mädchen, aber auch Freund*innen und Familie, unmittelbar Beratung für die Planung weiterer Schritte.

 

Weiterführende Informationen:

Beratung zum Thema K.O.-Tropfen gibt es unter 01/71719 beim 24-Stunden Frauennotruf.

Der 24-Stunden Frauennotruf ist Anlaufstelle für alle Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, die von sexualisierter, körperlicher und/oder psychischer Gewalt betroffen sind oder Gewalt in der Vergangenheit erfahren haben – egal wie lange die Gewalterfahrung zurückliegt. Das Frauennotruf-Team ist täglich von 0 bis 24 Uhr erreichbar: 01/71719, frauennotruf@nullwien.at; www.frauennotruf.wien.at

Alle Infos und Sujets zur Kampagne unter: www.wien.gv.at/gewaltschutz